AK Bibliothek Tirol - Stets aktuell

AK Bibliothek Tirol - Stets aktuell

Silke Rabus über die AK Bibliothek Tirol.

Die AK Bibliothek Tirol hält für alle Tirolerinnen und Tiroler ein umfangreiches und kostenloses Angebot an Literatur, Sachbüchern, Hörbüchern, Filmen, Zeitschriften und E-Medien bereit. Aktualität, Qualität und persönliche Beratung stehen dabei im Vordergrund.

Bereits seit mehr als hundert Jahren betreibt die Arbeiterkammer Tirol Büchereien in den größeren Orten des Landes. 2011 übernahm dann die AK Bibliothek Tirol die Versorgung der Menschen mit Literatur in den Bezirken und Tälern des Landes. Mit einem Standort im Zentrum von Innsbruck in der Maximilianstraße 7 und einem vielseitigen digitalen Angebot zählt sie heute zu den größten öffentlichen Büchereien Tirols. Rund 3.500 Leser:innen nutzen das Angebot vor Ort in Innsbruck, gesamtweit in Tirol nehmen etwa 10.000 Menschen die digitale Bibliothek mit E-Books, Audiobooks, digitalen Zeitschriften sowie zwei Streaming-Plattformen in Anspruch.

Fundgrube für Literatur

Auf einer kleinen Fläche von 280 m² ist die AK Bibliothek Tirol in der Maximilianstraße dabei eine wahre Fundgrube für aktuelle Literatur für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Im Bestand der Innsbrucker Bibliothek befinden sich derzeit rund 33.000 physische Medien, darunter Bücher, Hörbücher, DVDs, Zeitschriften und Tonies.

Neben dem vielseitigen Angebot an unterhaltender Literatur für Erwachsene, Kinder und Jugendliche bietet die AK Bibliothek Tirol auch einen umfassenden Sachbuchbestand. So steht den Leser:innen ein bedeutender Fundus an Reiseführern, Ratgebern sowie Sach- und Fachbüchern aus den unterschiedlichsten Wissensgebieten – wie beispielsweise Geschichte, Politik, Pädagogik, Psychologie, Medizin, Kunst, Kultur oder Wirtschaft ¬– zur Verfügung. „75 aktuelle Zeitschriften-Abos, eine große Auswahl an Filmen auf DVD, Hörbüchern auf CD und Tonies runden das breit gefächerte Angebot ab“, ergänzt die Bibliotheksleiterin.

Das E-Medien-Angebot kann sich ebenfalls sehen lassen, da der AK-Verbund aller Länderkammern einen vielfältigen Bestand ermöglicht. Insgesamt können die Leser:innen rund 80.000 digitale Medien entlehnen, das sind E-Books, Audiobooks, ein großes digitales Zeitschriftenangebot mit APA-Kiosk und PressReader sowie der Streamingdienst „filmfriend“ und die Kinderliteratur-Plattform „Polylino“.

Niederschwellig und aktuell

„Schwerpunkte bei der Medienauswahl sind Aktualität und Qualität“, erläutert Alberta Krabacher-Kuprian die Ankaufspolitik der Bibliothek. Die Erneuerungsquote beträgt 17 Prozent, ein großer Teil der Arbeit ist daher dem Erwerb neuer Titel und der Bestandspflege gewidmet, also dem Aussortieren älterer Titel. „Diese werden dann direkt an die Leser:innen und an soziale Institutionen, wie zum Beispiel Obdachloseneinrichtungen, verschenkt.“ Einschränkungen auf bestimmte Themen- oder Sachgebiete gibt es beim Ankauf keine: „Alle Bücher und Medien werden von ausgebildeten Bibliothekar:innen ausgewählt. Aktuelle Wünsche von Leser:innen sind aber ebenfalls jederzeit willkommen und werden in den meisten Fällen auch erfüllt“, so die Bibliotheksleiterin. Gut bei der Auswahl der Medien unterstützt sieht sie sich übrigens durch den monatlichen Newsletter des Büchereiservice des ÖGB, die Medienempfehlungen auf der Website www.buechereiservice.at, eigens zusammengestellte Literaturlisten oder die Rezensionszeitschrift „Bücherschau“. „Auch die Förderungen des Büchereiservice des ÖGB werden von der Bibliothek gerne in Anspruch genommen“, so Alberta Krabacher-Kuprian.

Das Angebot der AK Bibliothek Tirol kommt jedenfalls gut an bei den Leser:innen. „2024 wurden insgesamt 416.000 physische und digitale Medien entlehnt“, erzählt die Büchereileiterin: „Bei 140.000 Verleihen vor Ort zählte die Bibliothek damit 2024 durchschnittlich 280 Besucher:innen täglich.“

Mit diesem vielfältigen Angebot werden Leser:innen aller Altersgruppen angesprochen, von Eltern mit ihren Kleinkindern über Schüler:innen und Student:innen bis hin zu Arbeitnehmer:innen und Pensionist:innen. „Niederschwelligkeit, ein kostenloses aktuelles Angebot und qualitätsvolle persönliche Beratung sind gelebte Werte, die besonders im Fokus stehen“, sagt Alberta Krabacher-Kuprian. Dass es hierfür ausreichend Personal braucht, versteht sich von selbst: Insgesamt arbeiten acht Bibliothekar:innen in der AK Bibliothek Tirol – sechs Frauen und zwei Männer, davon fünf in Vollzeit und drei in Teilzeit. Finanziert wird die Bücherei ausschließlich von der Arbeiterkammer Tirol.

Vom Philosophie-Workshop bis zur Literaturvermittlung

Natürlich gehören auch Veranstaltungen, die sich an verschiedene Ziel- und Altersgruppen richten, zum Angebot der AK Bibliothek Tirol. „Im Vordergrund steht die Vermittlung von Freude am Lesen und am Geschichtenerzählen, aber auch die Förderung der Lesekompetenzen, vor allem von Kindern und Jugendlichen“, informiert die Bibliotheksleiterin. Die Veranstaltungsreihe „Büchermäuse – Lesezwerge“ beispielsweise richtet sich an Eltern mit ihrem Kleinkind von ein bis drei Jahren und will Kinder so früh wie möglich an Geschichten und Bücher heranführen. Ziel ist es, Bücher mit allen Sinnen zu erfassen und zu begreifen. „Szenische Darstellungen von Geschichten, Sprachspiele, Bewegungslieder, Reime und Fingerspiele fördern hierbei die frühkindliche Sprachentwicklung und Feinmotorik und regen Fantasie, Kreativität und Vorstellungsgabe an“, so Alberta Krabacher-Kuprian.

Der Philosophie-Workshop „Coole Kids – Scharfe Denker:innen“ wiederum wendet sich an Kinder zwischen acht und zwölf Jahren und soll die Fähigkeit fördern, kritisch und vor allem eigenständig zu denken und komplexe Themen anzusprechen. „Kinder werden dabei unterstützt, eigene Antworten zu finden und gemeinsam darüber zu diskutieren“, erzählt die Bibliotheksleiterin. „Mit dem Angebot sollen Wissbegier geweckt, Perspektiven aufgezeigt und die Erfahrung vermittelt werden, dass es nicht immer eine richtige Lösung gibt.“

Die Recherche-Workshops hingegen sprechen Schulklassen ab der fünften Schulstufe an, also Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren. „Schüler:innen werden aktiv beteiligt, es wird auf ihre individuellen Interessen eingegangen und ihnen wird eigenständiges Arbeiten in der Bibliothek ermöglicht“, erklärt Alberta Krabacher-Kuprian. Arbeits- und Forschungsaufgaben, die in kleinen Gruppen durchgeführt werden, dienen dabei als Instrument zum Entdecken der AK Bibliothek Tirol und zur Vorbereitung auf das wissenschaftliche Arbeiten.

 Schließlich werden jährlich Literaturworkshops angeboten, die immer ein Thema in den Mittelpunkt stellen. Die Bibliothek lädt hierfür Kinder- und Jugendbuchautor:innen, Illustrator:innen oder Comic-Zeichner:innen ein, mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen einen Nachmittag lang Kreativität auszuleben – beispielsweise in Hexen-Workshops, Comic-Zeichnen-Workshops, Manga-Workshops, Illustrationsworkshops oder Mitmachlesungen.

Für Erwachsene gibt es zudem mehrmals im Jahr Lesungen mit bekannten österreichischen Autor:innen, bei denen sowohl Literatur als auch aktuelle Sachbücher vorgestellt werden. „Die Veranstaltungen sind alle kostenlos und immer sehr gut besucht“, freut sich die Bibliotheksleiterin.

Blick in die Zukunft

„In naher Zukunft werden wir das Kinder-Veranstaltungsangebot noch erweitern“, informiert Alberta Krabacher-Kuprian. Geplant sind beispielsweise mehrmals im Jahr Kamishibai-Lesungen, die sich an Kinder zwischen vier und sieben Jahren richten. Das beliebte Bilderbuchkino, das zuvor jahrelang an der Bibliothek für diese Altersgruppe durchgeführt wurde, hat mittlerweile die AK-Werkstatt übernommen, die damit durch die Schulen und Kindergärten Tirols tourt.

Geplant ist auch ein Umbau der Bibliothek, die in dieser Räumlichkeit seit Anfang der 2000er Jahre untergebracht ist. Ein konkreter Zeitplan hierfür steht allerdings noch nicht fest. Bis dahin ist jedenfalls auch weiterhin mit einem großen Zuspruch zur Bibliothek zu rechnen: „Leser:innen aller Altersstufen schätzen das Angebot der AK-Bibliothek vor Ort, vor allem das persönliche, freundliche Service, und viele Tiroler:innen das große E-Medien-Angebot“, freut sich die Bibliotheksleiterin: „Die digitalen Verleihe sind seit der Pandemie überproportional angestiegen.“

Foto: (c) Andreas Friedle