Austroschwarz
Der Salzburger Musiker und Künstler Mataro auf der Suche nach Zugehörigkeit.
Der Dokumentarfilm „Austroschwarz“ von Helmut Karner und Mwita Mataro begleitet den Salzburger Musiker und Künstler Mataro auf einer Reise durch Österreich. Im Mittelpunkt steht die Frage, was es bedeutet, Schwarz und österreichisch zu sein, in einem Land, das Schwarze Lebensrealitäten oft übersieht oder nur als Ausnahme wahrnimmt. Der Film verbindet dokumentarische Gespräche, essayistische Selbstbefragung und eine animierte Kindergeschichte über „Blue Kid“, das sich in einer grünen Mehrheitsgesellschaft verstecken soll. Diese Grundidee wurde laut Filmwebsite gemeinsam mit sechs Schwarzen Kindern entwickelt und spiegelt Mataros eigene Suche nach Zugehörigkeit.
Besonders gelungen ist, dass „Austroschwarz“ nicht nur über Rassismus spricht, sondern auch über Selbstwahrnehmung, Erinnerung, Angst, Gemeinschaft und Kunst. Dabei bleibt Mwita Mataro nicht bloß Beobachter, sondern setzt sich selbst sichtbar aus. Gerade die Mischung aus persönlichen Tagebuchmomenten, Interviews und symbolischer Animation macht diesen Film zugänglich, ohne das Thema zu verharmlosen.
Der Film führt auch Schwarze österreichische Stimmen zusammen, etwa aus Journalismus, Politik, Pädagogik und Kultur, woraus klar wird, dass es nicht um eine einzelne Ausnahmebiografie geht, sondern um Erfahrungen, die strukturell mit Österreich verbunden sind. Es ist ein wichtiger, persönlicher und formal mutiger Dokumentarfilm über Identität, Zugehörigkeit und Sichtbarkeit in Österreich und ein berührendes filmisches Selbstporträt mit gesellschaftlicher Dringlichkeit.
Christine Hoffer
Austroschwarz
Regie: Helmut Karner, Mwita Mataro. Mit Mwita Mataro, Samrin, Oscar, Leyla, Jadiah, Tizazu, Ella, Persy-Lowis Bulayumi, Faika El-Nagashi, Marie-Edwige Hartig, Sophie Kele, John Mataro, Gracia Ndona, Mireille Ngosso, Claudia Unterweger. Wien: Falter 2026. 100 Min. € 14,99 ISBN 978-3-99166-987-6