Brigitte Weimann, Schulbibliothek Keimgasse, Mödling

Brigitte Weimann, Schulbibliothek Keimgasse, Mödling

Drei Doppelfragen an die Bibliothekarin.

1. Wie sind Sie zum Lesen von Büchern gekommen und welche Bedeutung haben Bücher in Ihrem Leben?

Ich habe schon als Kind sehr gern gelesen – kann mich noch genau erinnern, wie stolz ich war, als ich zu meinem Vater gegangen bin und ihm erzählt habe, dass ich mein erstes richtig langes Buch ganz alleine gelesen und fertig gelesen hatte… Bücher sind Teile meines Lebens, ohne sie wäre es öde.

2. Wie sind Sie Bibliothekarin geworden und was schätzen Sie an dieser Arbeit?

Ganz überraschend bin ich hier in unserer Schule gefragt worden, ob ich mir vorstellen könnte, in unserer Schulbibliothek mitzuarbeiten – dann habe ich den zweijährigen Hochschullehrgang zur Bibliothekarin gemacht und arbeite nun schon das dritte Jahr hier sehr gerne.

Ich liebe es, in der Bibliothek zu arbeiten, ich mag den Raum, die Ausstrahlung der Regale und der bunten Wandtafeln, den Geruch der Bücher…..Wir bemühen uns sehr, hier eine angenehme und dennoch zum Arbeiten einladende Atmosphäre zu gestalten. Meiner Meinung nach ist uns das schon wirklich gut gelungen, wir bleiben aber stets dran….

Ich liebe es eben auch so sehr, die Leselust unserer Schülerinnen und Schüler zu beobachten, von ihnen zu erfahren, was ihnen gefallen hat, wie schnell sie gelesen haben, einfach im Austausch mit ihnen zu sein. Es gelingt hier natürlich ganz anders als im Unterricht, ich lerne auch viele Schülerinnen und Schüler kennen, die ich gar nicht aus dem Unterricht kenne. Wir haben ja auch einen alten Schachtisch hier stehen, immer wieder kommen Kinder her und spielen oft nur während einer kurzen Pause eine Partie Schach, das mag ich auch sehr.

3. Welche Bücher sind für Sie persönlich besonders wichtig und welche Bücher würden Sie unbedingt zur Lektüre empfehlen?

Diese Frage habe ich geahnt, sie ist richtig schwer zu beantworten – im Moment ist mir der Roman von Paul Auster „4, 3, 2, 1“ wieder ganz wichtig, da ich letztes Wochenende im Kino die Dokumentation über Siri Hustvedt gesehen habe und damit wieder so intensiv in seine und ihre gemeinsame amerikanische Bücherwelt eingetaucht bin. Ich muss gestehen, dass mir immer das Buch oder die Bücher, die ich gerade lese, besonders wichtig sind.

Empfehlungen finde ich schwer, ich denke, jede Leserin und jeder Leser hat seine eigenen Wunschvorstellungen an ein Buch, manchmal kenne ich den Geschmack der- bzw. desjenigen schon ein wenig, da kann ich vielleicht weiter auf die Sprünge helfen mit einer Empfehlung, aber es ist schwierig. Nach wie vor bin ich der Meinung, dass man als Kind, als Jugendlicher die sogenannten „Klassiker“ gelesen und kennengelernt haben sollte, ich denke an Erich Kästner, an Astrid Lindgren, an Michael Ende, auch an Christine Nöstlinger und an so viele andere. Kindern und Jugendlichen hier in unserer Bibliothek die Möglichkeit geben zu können, herumzuschauen, auszuprobieren, anzulesen und dadurch Neues kennenzulernen ist eine ganz besonders große Freude!

Foto: Brigitte Weimann