Der schönste Platz auf Erden

Der schönste Platz auf Erden

Veröffentlicht am 24.03.2022

Porträt einer Gesellschaft, die durch Populismus gespalten wurde

Um die Präsidentschaftswahl 2016 in Österreich interessiert sich die Welt plötzlich für Pinkafeld. Pinkafeld war und ist die Heimatgemeinde von „ihrem“ Norbert Hofer. Er war der erste rechtspopulistische Kandidat der FPÖ, der auch realistische Chancen auf das Bundespräsidentenamt hatte. Über 70% der Pinkafelder standen hinter ihm, obwohl die Gemeinde mehrheitlich sozialdemokratisch war. Die Menschen in Pinkafeld geraten in Aufruhr, da „ihr“ Ort in den internationalen Medien deswegen als eine Art Nazidorf hingestellt wurde.

Im Dezember 2016 begann Regisseurin Elke Groen, den Menschen in Pinkafeld zuzuhören und sie blieb bis 2019. Dazwischen liegt eine Chronologie österreichischer Zeitgeschichte, geprägt durch den Ibiza-Skandal und zwei Neuwahlen. Der Film ist das Porträt eines Mikrokosmos und seiner Veränderungen über mehrere Jahre. Er zeichnet ein vielschichtiges Bild einer viel größeren Gesellschaft, die durch Populismus gespalten wurde und doch die Sehnsucht nach Zusammenhalt nie aufgegeben hat. Es ist ein Film, der sich Zeit nimmt, auch der „anderen Seite“ zuzuhören, um versuchen zu verstehen, wie die Lebensrealität tatsächlich aussieht.
Bernhard Preiser

Der schönste Platz auf Erden
Regie: Elke Groen. Wien: Falter 2021. 82 Min. EAN 9783854397717 € 14,99