Hilton, James - Shangri-La
Veröffentlicht am 07.01.2026
Irgendwo in Tibet.
„‚Was Conway mir erzählte, ist Material genug – er war ein guter Erzähler und besaß eine natürliche Gabe, dem Hörer die Stimmung des Augenblicks zu vermitteln. Auch fühlte ich vermutlich, dass ich den Mann selbst zu verstehen begann.’ Er ging zu einer kleinen Handtasche und nahm ein maschinengeschriebenes Manuskript heraus. ‚Na, da hast du die Geschichte jedenfalls, du kannst daraus entnehmen, was du willst.’“ So heißt es im Vorspiel des 1933 erstmals erschienenen Romans „Lost Horizon“ von James Hilton.
In nur einer Nacht erzählt Conway diese Geschichte, die er lange nicht mehr erinnern konnte. Die Haupthandlung, die im Manuskript beschrieben wird, spielt im Mai 1931. In einem fiktiven Ort Baskul, im ehemals Britisch-Indien, nahe Afghanistan, kommt es zu einem Aufruhr. Der britische Konsul Conway, der junge Vizekonsul Mallinson, ein amerikanischer Geschäftsmann und eine Missionarin werden in einem Flugzeug evakuiert. Doch das Flugzeug wird entführt und muss schließlich im entlegenen Himalayagebiet notlanden. Tibetische Mönche retten die Überlebenden und bringen sie in das Lamakloster Shangri-La ins „Tal des Blauen Mondes“.
Conway ist fasziniert und interessiert zugleich. Ungewöhnliche klimatische Bedingungen, langsam alternde Menschen, Ruhe und Kontemplation - ein Paradies auf Erden in Zeiten kriegerischer Unruhen in anderen Teilen der Welt. Es entwickelt sich rasch eine intensive Beziehung zum Hohen Lama, der über seine Nachfolge nachdenkt und Conway schließlich bittet sein Nachfolger zu werden, bevor er stirbt. Doch Conway und seine Begleiter verlassen das „Tal des blauen Mondes“ bald darauf. So endet auch das Manuskript der Geschichte des inzwischen verschollenen Conways. Vermutlich ist er wieder aufgebrochen, um sich auf die Suche nach Shangri-La zu machen, diesen traumhaften, utopischen Ort.
„Wenn man Conways Geschichte abstreitet, muss man entweder an seiner Ehrlichkeit oder seinem Verstand zweifeln – seien wir aufrichtig!“ Der Dörlemann Verlag hat diesen fast zeitlos schönen Roman in neuer Übersetzung vorgelegt.
Julie August
Hilton, James - Shangri-La
Irgendwo in Tibet. Zürich: Dörlemann 2025. 272 S. - fest geb. : € 23,95 (DR) ISBN 978-3-03820-154-0 Aus dem Engl. von Herberth E. Herlitschka

