Schatz, Hubert - Unser Höllerersee
NaturGeistSpaziergänge durch Land und Zeit.
Dem im oberösterreichischen Grenzgebiet zu Bayern gelegenen Höllerersee hat der bildende Künstler und Schriftsteller Hubert Schatz einfühlsame lyrische Texte gewidmet. Wie man im Abschnitt „Zur Entstehung des Büchleins“, dessen Manuskript aus dem Nachlass stammt, erfährt, ist er fast täglich am von ihm geliebten See gewesen.
Seine lyrische Prosa kreist ums Reisen durch die Jahreszeiten und Jahrhunderte. Der Bogen spannt sich vom „Zeltlager der ersten RenTierJäger (…) vor zehntausenden Jahren bis zur Frage der „ökologischen gerechtigkeit / (…) für mensch und tier“ unserer Tage. Kursiv gesetzte Textteile sind inspiriert von Ingo Krumbiegels „Jäger der Urzeit. Lux-Lesebogen 59“, Verlag Murnau, 1949. Am Ende des Bandes findet sich ein kurzer Auszug aus dem Buch „Innviertel 1779. Reisejournal Kaiser Joseph II. Generalstabsbericht Oberst von Seeger“, Verlag Heindl, 1979. Beigefügt sind auch mehrere Abbildungen, darunter die Übermalung einer Kohle-Grafik, Zeichnungen aus den „TagebuchHeften“, Schwarzweißfotografien sowie ein Ölbild.
Der Autor erweist sich als hervorragender Beobachter der Vogel- und Pflanzenwelt. Er berichtet vom „innigen sehnsuchtsvollen gesang / (…) des zarten HöllererseeRotkehlchens“, vom „höllererSeeNaturgeist“, von den „erscheinungsformen des wassers“ oder dem Umstand, „dass die beste aller möglichen welten / nur die sein kann die für unseren verstand die durchsichtigste ist“. Schatz sieht den See als „spiegel des universums“, ja als „heilkurort“, in dem „raum zeit stress und sorgen / versinken“. Genauso aber wird er für ihn, der sich zeitlebens mit Buddhismus, Mystik, Schamanismus und Spiritualität beschäftigt hat, zum „schulungsort in höheren denkprozessen“. Das Ergebnis sind eindringlich genaue Beschreibungen; etwa von Wetterphänomenen wie zum Beispiel „SchneeSchauerZellen“, die sich „übers land wuzeln“; von Wiesengründen, Wald und See samt ihren historisch-mythologischen Hintergründen. Da ist die „weiche Schwellung eines MutterErdeHügelbusens“ oder der „Eichbaum (als) kosmische Kapelle“, dort das Durchstreifen der „wilden wege gebüsche und wälder / (…) moose hölzer wilden buschwerke“.
Beim „Gehen in HöllererSeeMoosLichtAtemWiesenTiefen“ gerät der Autor in „Meditationen und naturgeistkundliche Sphären“. Seine intensiven Beobachtungen des Kreislaufs der Natur sind in elegische Töne gegossen. Die Landschaft erstrahlt in einer „lebendigen Atmosphäre“, horcht Hubert Schatz doch empathisch „in den schwarzen see hinein“, der nicht nur „alles grün des innviertes“ in sich vereinigt, sondern sogar zur „weltmitte“ avanciert; zum reinen „Naturgeistfeld“, wo „aus der stille (…) glückseligkeit“ fließt. Ein „paradies in grün“ eben. Dementsprechend „großartig herrlich wunderbar ist (…) jeder atemzug am see“. Was will man mehr. Das Buch ist erhältlich über salome_schatz@gmx.at.
Andreas Tiefenbacher
Schatz, Hubert - Unser Höllerersee
NaturGeistSpaziergänge durch Land und Zeit. Texte und Gedichte. Raab: Wambacher 2025. 68 S. : zahl. Ill. - br.: € 35,00 (DL) ISBN 978-3-85360-040-5